Gesundheit
Meine Hashimoto Erfahrung: Wie eine Panikattacke in Barcelona alles ins Rollen brachte
Über verspannte Schultern, einen abnormalen Puls auf der Uhr und den langen Weg zurück zu mir selbst
von Nicole Fischer · 28. August 2026 · ca. 18 Min. Lesezeit
Ich war angespannt.
Nicht für einen Tag, nicht für eine Woche. Monatelang. Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich mich fast wie eine Karikatur meiner selbst: Schultern bis zu den Ohren hochgezogen, Kiefer zusammengebissen, immer irgendwie im nächsten To-do statt im Moment. Bevor bei mir überhaupt jemand das Wort Hashimoto ausgesprochen hat, war ich schon monatelang unter Dauerstrom. Ich habe meine Schultern ständig hochgezogen, ohne es bewusst zu merken, bis mein ganzer oberer Rücken, mein Nacken und meine Schultern komplett verspannt waren. Diese Verspannung wurde mein Normalzustand. Ich kannte es irgendwann nicht mehr anders.
Dazu kamen andere Dinge, die ich lange nicht ernst genommen habe. Mehr Haare in der Bürste, im Abfluss, auf dem Kopfkissen. Eine innere Unruhe, die sich nicht weg atmen ließ. Ein leichtes Zittern in den Händen, das ich mir mit zu viel Kaffee erklärt habe. Rückblickend war es meine Hashimoto Erfahrung, die schon begonnen hatte, lange bevor ich einen Namen dafür hatte – ich habe die Zeichen einfach nicht gelesen, weil ich zu sehr damit beschäftigt war zu funktionieren.
Der Moment, in dem sich alles verschob, kam nicht im Büro und nicht beim Arzt. Er kam im Urlaub. Ich war bei meiner Freundin in Barcelona zu Besuch – der Stadt, in der ich heute lebe, was für mich im Nachhinein eine fast schon seltsame Fügung ist. Und dort, mitten in etwas völlig Normalem, kam zum ersten Mal in meinem Leben eine Panikattacke hoch. Mein Puls schoss nach oben. Ich hatte damals schon eine Smartwatch, und die zeigte mir schwarz auf weiß einen abnormalen Puls an. Ich saß da, spürte mein Herz rasen, sah die Zahl auf meinem Handgelenk – und wusste nicht, was mit mir los war. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass das, was ich gerade erlebte, eine Panikattacke war. Ich dachte einfach: Irgendetwas stimmt nicht mit mir.
Ich bin danach ganz normal nach Hause geflogen. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht, bin wieder ins Büro, in meinen Alltag zurückgekehrt, so, als wäre nichts gewesen. Bis es an einem ganz gewöhnlichen Arbeitstag wieder passierte. Diesmal gleich zweimal. Zwei Panikattacken an einem einzigen Tag, mein Puls wieder rasend schnell, und diesmal waren es meine Arbeitskolleginnen und -kollegen, die entschieden haben: Das ist kein normaler Zustand mehr. Sie haben die Rettung gerufen. Ich wurde ins Krankenhaus gebracht.
Der Moment, in dem ein Wort alles erklärte
Im Krankenhaus haben sie mich zuerst gründlich untersucht – und zuerst kam: nichts. Keine Diagnose, kein klarer Befund, nur die Gewissheit, dass mit meinem Herzen akut nichts Lebensbedrohliches war. Aber dann haben sie mir Blut abgenommen, und in den Blutwerten zeigte sich zum ersten Mal etwas Konkretes: ein Hinweis auf ein Schilddrüsenproblem. Ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl, einen Namen für etwas zu bekommen, das sich bis dahin einfach wie Kontrollverlust über meinen eigenen Körper angefühlt hatte.
Sie haben mir ein weiteres Mal Blut abgenommen, dieses Mal musste die Probe in ein spezialisiertes Labor eingeschickt werden. Eine Woche des Wartens. Eine Woche, in der ich mit einem vagen Verdacht lebte, ohne zu wissen, worauf ich mich einstellen sollte. Als das Ergebnis kam, war es eindeutig: ein beginnender Hashimoto, kombiniert mit einer Schilddrüsenüberfunktion, die – so wurde mir erklärt – im Verlauf typischerweise in eine Unterfunktion wechselt. Genau das ist bei mir dann auch passiert.
Was ich in diesem Moment noch nicht wusste, aber später verstanden habe: Diese Kombination ist kein Zufall, sondern ein bekanntes Muster bei der Hashimoto-Thyreoiditis. Am Anfang der Erkrankung kann durch die entzündungsbedingte Zerstörung von Schilddrüsengewebe kurzfristig zu viel Hormon freigesetzt werden – das fühlt sich wie eine Überfunktion an. Erst wenn im Verlauf immer mehr funktionsfähiges Gewebe zerstört wird, kippt der Zustand in eine dauerhafte Unterfunktion. Genau diesen Wechsel habe ich am eigenen Körper erlebt, ohne zu diesem Zeitpunkt zu verstehen, warum sich alles so widersprüchlich anfühlte.

Was hinter meiner Hashimoto Erfahrung medizinisch steckt
Bevor ich weiter aus meinem eigenen Verlauf erzähle, möchte ich kurz einordnen, was Hashimoto-Thyreoiditis eigentlich ist – unabhängig von meiner persönlichen Geschichte. Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Immunsystem stuft Gewebe der Schilddrüse fälschlicherweise als fremd ein und bildet Antikörper sowie spezielle Abwehrzellen, die dieses Gewebe angreifen und nach und nach schädigen. Warum das Immunsystem diesen Fehler macht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen von einer genetischen Veranlagung aus, die durch weitere Faktoren – etwa starken Stress, hormonelle Umstellungen oder Infekte – zusätzlich aktiviert werden kann.
Hashimoto gilt als die häufigste Ursache einer Hypothyreose, also einer Schilddrüsenunterfunktion, und betrifft deutlich mehr Frauen als Männer. Die Diagnose stützt sich meist auf eine Stufendiagnostik: Zuerst wird der TSH-Wert im Blut bestimmt, bei auffälligen Werten folgen die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie die spezifischen Antikörper TPO-AK und Tg-AK. Ergänzend liefert eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse oft ein charakteristisches, echoarmes Bild, das erfahrenen Untersucher:innen zusätzliche Hinweise gibt. Wichtig zu wissen: Ein Teil der Betroffenen bleibt über lange Zeit nahezu symptomfrei, während andere – so wie bei mir – innerhalb kurzer Zeit sehr deutliche Beschwerden entwickeln. Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich, und genau das macht die Erkrankung für viele Betroffene so verunsichernd.
Typisch für die Unterfunktionsphase sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, depressive Verstimmungen und Konzentrationsstörungen. In der – oft kürzeren – Überfunktionsphase zu Beginn können dagegen eher Herzrasen, innere Unruhe, Gewichtsverlust und Schlafprobleme im Vordergrund stehen. Diese Gegensätzlichkeit ist einer der Gründe, warum Hashimoto so oft erst spät erkannt wird: Die Symptome passen nicht in ein einheitliches Bild, sondern verändern sich, je nachdem, in welcher Phase der Erkrankung sich jemand gerade befindet.

Worauf es bei meiner Hashimoto Erfahrung wirklich ankam
Im Rückblick lassen sich für mich ein paar Punkte herausschälen, die den größten Unterschied gemacht haben. Ich sage bewusst „bei mir“ – das sind keine allgemeingültigen Regeln, sondern das, was in meinem individuellen Fall relevant war und wofür es auch eine nachvollziehbare wissenschaftliche Grundlage gibt.
Die Schilddrüse und der Vitamin-D-Spiegel
Als bei mir zusätzlich ein deutlicher Vitamin-D-Mangel festgestellt wurde, habe ich angefangen, mich näher mit dem Zusammenhang zwischen Vitamin D und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse zu beschäftigen. Mehrere Beobachtungsstudien zeigen übereinstimmend, dass Menschen mit Autoimmunthyreoiditis im Schnitt niedrigere Vitamin-D-Spiegel aufweisen als Menschen ohne diese Erkrankung, und dass niedrige Werte mit höheren Antikörperspiegeln einhergehen können. Wichtig ist die Einordnung: Diese Studien zeigen bislang vor allem eine Korrelation, keinen eindeutigen Beweis dafür, dass ein Mangel die Erkrankung tatsächlich auslöst. Trotzdem war für mich persönlich relevant, meinen Wert überhaupt zu kennen und mit ärztlicher Begleitung auszugleichen.
Die Schilddrüse und der Darm
Der zweite Punkt, der bei mir eine große Rolle gespielt hat, war mein Darm. In der akuten Phase hatte ich massive Darmbeschwerden, konnte kaum etwas essen, ohne dass es mir schlecht ging. Der Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Autoimmunerkrankungen wird in der Forschung zunehmend untersucht, weil ein großer Teil des Immunsystems im Darm sitzt. Bei mir war die Verbindung sehr direkt spürbar: Solange mein Verdauungssystem im Ausnahmezustand war, ging es auch dem Rest von mir schlecht. Das ist eine persönliche Beobachtung, kein allgemeingültiger Kausalzusammenhang – aber sie hat meinen Blick auf die Erkrankung nachhaltig verändert.
Kurz zusammengefasst
✓ Hashimoto verläuft oft zweiphasig – erst Über-, dann Unterfunktion
✓ Vitamin-D-Status und Autoimmunthyreoiditis hängen laut Studienlage zusammen (Korrelation, keine gesicherte Kausalität)
✓ Darmbeschwerden können die Belastung durch die Erkrankung zusätzlich verstärken
✓ Der Verlauf ist individuell – meine Erfahrung ersetzt keine Diagnose
Mein Vorgehen – kein Wundersystem, sondern viele kleine Schritte
Ich möchte hier ehrlich sein: Es gab bei mir kein Geheimrezept und keinen einzelnen Moment, der alles verändert hat. Ich war bei drei verschiedenen Ärztinnen und Ärzten, und es kam im Grunde immer dasselbe Bild heraus. Ich fühlte mich schlapp, nicht besser, konnte mich kaum aufraffen. Für mich war in dieser Zeit wirklich alles anstrengend – selbst Duschen oder eine kleine Mahlzeit zu essen. Das ist der Teil meiner Geschichte, der am wenigsten glamourös ist, aber der ehrlichste. Was ich dabei auch erlebt habe: Ich wurde von Ärzten manchmal nicht ganz ernst genommen. Da hilft es, hartnäckig zu bleiben und sich nicht abwimmeln zu lassen, sondern so lange nachzufragen, bis man wirklich gehört wird.
Ich nehme seit März 125 Mikrogramm Euthyrox, eine halbe Tablette, konsequent nach ärztlicher Verordnung. Spürbar besser ging es mir damit aber erst ab Mai – Geduld war hier keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Ich habe angefangen, täglich zwei Paranüsse zu essen – wegen des enthaltenen Selens –, dazu täglich Vitamin D und täglich L-Glutamin.
Ich hatte zusätzlich echte Schlafprobleme und musste von März bis Juni Schlaftabletten nehmen. Am 1. Juni bin ich nach Barcelona gezogen, und erst nach einiger Zeit dort konnte ich sie absetzen.
Ich habe versucht, jeden Tag wenigstens ein bisschen an die frische Luft zu gehen, auch wenn das anfangs nur bedeutete, ein paar Schritte im Garten hin und her zu laufen.
Meine Werte wurden monatlich bei der Hausärztin kontrolliert, um den Verlauf und die Medikamentendosis engmaschig im Blick zu behalten.

Was bei meiner Hashimoto Erfahrung sonst noch geholfen hat
Zwei Nährstoffe sind bei mir immer wieder aufgetaucht, wenn ich mich mit der Erkrankung beschäftigt habe: Selen und Vitamin D. Beide sind keine Wundermittel und ersetzen keine ärztliche Behandlung – aber sie sind Bausteine, über die ich mir bewusst Gedanken gemacht habe.
Selen ist ein Spurenelement, das ich bei mir vor allem über zwei Paranüsse am Tag aufgenommen habe – das ist eine gängige Faustregel, um den täglichen Bedarf ungefähr zu decken, ohne in eine Überdosierung zu geraten, die bei Selen tatsächlich möglich ist. Laut EU-Health-Claims-Verordnung gilt für Selen die zugelassene Aussage: Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Das ist keine Aussage über Hashimoto als Krankheit, sondern über die grundsätzliche physiologische Rolle des Spurenelements.
Für Vitamin D gilt unter anderem die zugelassene Aussage, dass es zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion beiträgt und zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch hier: Das ist eine allgemeine, EU-rechtlich abgesicherte Aussage zum Nährstoff – kein Heilversprechen in Bezug auf Hashimoto oder eine andere Erkrankung.
Zusätzlich nehme ich seit einiger Zeit L-Glutamin, eine Aminosäure, die häufig im Zusammenhang mit Darmgesundheit genannt wird. Dafür gibt es aktuell keinen von der EFSA zugelassenen Health Claim, deshalb kann und will ich hier keine offizielle Wirkaussage treffen. Was ich sagen kann: Bei mir persönlich habe ich seit der Einnahme das Gefühl, dass es meinem Bauch besser geht. Das ist eine subjektive Erfahrung, kein wissenschaftlicher Beleg.
Mein Verlauf – was besser wurde, und was nicht
Bevor ich zu den positiven Veränderungen komme, möchte ich noch einmal kurz zurück zu dem Punkt, an dem es bei mir richtig schwierig wurde. Nachdem ich die Tabletten gegen die Überfunktion Ende Dezember absetzen konnte, wurde ich innerhalb eines Monats extrem müde und erschöpft. Dann kam im Februar 2026 eine Nasennebenhöhlenentzündung dazu, und danach ging es mir richtig schlecht. Ich hatte sehr viele Panikattacken, konnte mein Haus zeitweise nicht verlassen, habe von Oktober 2025 bis März 2026 acht Kilo verloren, hatte kaum Appetit, konnte fast nichts essen, litt unter Darmbeschwerden und einer dreiwöchigen Phase, die sich wie eine Depression anfühlte. Ich war zweimal deswegen in ärztlicher Behandlung für Infusionen – einmal im Krankenhaus, einmal beim Arzt mit drei Flüssigkeitsinfusionen. In dieser Zeit habe ich sehr viel selbst recherchiert, um zu verstehen, was ich zusätzlich tun kann.
Was sich bei mir zum Glück nicht verändert hat: Ich hatte kein Problem mit meinem Gewicht im Sinne einer dauerhaften Zunahme, und meine Energie kam relativ bald zurück. Heute fühle ich mich weitgehend so wie vor der ganzen Sache. Was sich verändert hat: Ich musste in dieser Zeit sehr viel weinen, es war fordernd – auch für meine Familie, die diese Monate mit mir durchgestanden hat. Ich habe angefangen, aktiv an meiner Darmgesundheit zu arbeiten, nehme seither L-Glutamin und habe das Gefühl, dass es mir seitdem besser geht. Ich verzichte inzwischen auf Gluten. Am Anfang der akuten Phase habe ich zusätzlich auch auf Milchprodukte, Mais, Soja, Eier, Thunfisch und einige andere Lebensmittel verzichtet, um meinem Körper eine Verschnaufpause zu geben.
Was ich aus dieser Zeit außerdem mitgenommen habe, ist eine veränderte Haltung zu Symptomen generell: Für mich persönlich ist jedes Symptom inzwischen eher ein Signal meines Körpers, das ich ernst nehmen möchte, statt es einfach wegzudrücken. Ich beschäftige mich aktuell auch mit Literatur darüber, wie man Emotionen, die sich im Körper festsetzen, wieder lösen kann – das ist für mich ein fortlaufender Prozess, kein abgeschlossenes Kapitel.
Mein persönliches Ziel ist es, irgendwann in Remission zu kommen und die Tabletten wieder absetzen zu können. Ob und wann das bei mir realistisch ist, kann mir nur meine Ärztin anhand meiner Blutwerte sagen – bei Hashimoto verläuft das von Person zu Person sehr unterschiedlich, und nicht bei jedem ist eine dauerhafte Unabhängigkeit von der Medikation möglich. Aber es ist das, worauf ich für mich hinarbeite.
Bücher, die mich auf diesem Weg begleitet haben
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Dr. Bradley Nelson
Über die Idee, dass unverarbeitete Emotionen sich im Körper festsetzen können – als persönlicher Denkanstoß, nicht als medizinisch anerkanntes Verfahren.
Dr. Bradley Nelson
Der Nachfolgeansatz zu „The Emotion Code“ – ebenfalls ein alternativer Zugang, kein Ersatz für ärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Rüdiger Dahlke
Ein Nachschlagewerk zur Deutung von Krankheitsbildern – ein alternativer Blickwinkel, kein Ersatz für schulmedizinische Diagnostik.
Rüdiger Dahlke
Ein psychosomatisches Handbuch zu Symptomen und ihrer möglichen Be-Deutung – als Denkanstoß zu lesen, nicht als medizinischer Leitfaden.
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Ein alternativmedizinischer Blick auf Hashimoto und andere Schilddrüsenerkrankungen – als Denkanstoß zu lesen, nicht als medizinischer Leitfaden.
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Ehrliches Fazit: Was für mich funktioniert hat – und was nicht
Was mir geholfen hat
✓ Konsequente Medikamenteneinnahme nach ärztlicher Anweisung
✓ Monatliche Blutkontrollen, um den Verlauf zu verstehen
✓ Kleine, tägliche Routinen wie Bewegung an der frischen Luft
✓ Ehrlicher Umgang mit meiner Familie über den Verlauf
Was schwierig war
✗ Der lange Zeitraum bis zur spürbaren Besserung ab Mai
✗ Drei Ärztinnen und Ärzte, ohne dass sich schnell etwas änderte
✗ Die Belastung für meine Familie in dieser Zeit
✗ Die Unsicherheit, ob und wann es wieder besser wird
Wenn du dich in Teilen meiner Geschichte wiedererkennst: Du bist nicht allein damit, und es lohnt sich, deine Symptome ärztlich abklären zu lassen, auch wenn sie zunächst diffus wirken. Ich nehme euch hier auf Indigo Leaf alle mit auf den Weg, nah an meiner eigenen Heilreise – ehrlich, mit allem, was dazugehört.
Häufige Fragen zu Hashimoto
Was ist der Unterschied zwischen einer Schilddrüsenüberfunktion und einer Schilddrüsenunterfunktion bei Hashimoto?
Bei Hashimoto greift das Immunsystem die Schilddrüse an. In der Anfangsphase kann dabei kurzfristig zu viel Hormon aus dem geschädigten Gewebe freigesetzt werden, was sich wie eine Überfunktion mit Symptomen wie Herzrasen, innerer Unruhe und Gewichtsverlust äußert. Wird im weiteren Verlauf immer mehr funktionsfähiges Schilddrüsengewebe zerstört, produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone – es entwickelt sich eine Unterfunktion mit Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit und Gewichtszunahme. Nicht jede betroffene Person durchläuft beide Phasen in dieser Reihenfolge, aber es ist ein bekanntes Muster. Eine sichere Einordnung ist nur über regelmäßige Blutkontrollen möglich.
Wie wird Hashimoto diagnostiziert?
Der erste Schritt ist meist eine Bestimmung des TSH-Werts im Blut. Ist dieser auffällig, folgen die freien Schilddrüsenhormone fT4 und fT3 sowie die spezifischen Antikörper TPO-AK und Tg-AK, die bei einem Großteil der Betroffenen nachweisbar sind. Ergänzend gibt eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse zusätzliche Hinweise, weil sich das Gewebe bei Hashimoto oft typisch echo arm darstellt. Wichtig: Es gibt auch seronegative Verlaufsformen, bei denen die Antikörper trotz vorliegender Erkrankung nicht erhöht sind. Deshalb gehört die endgültige Einordnung immer in ärztliche Hände.
Kann eine glutenfreie Ernährung bei Hashimoto helfen?
Bei mir persönlich fühle ich mich mit einer glutenfreien Ernährung besser, das ist aber eine individuelle Erfahrung und keine allgemeingültige Empfehlung. Ein direkter, für alle Betroffenen geltender Zusammenhang zwischen Gluten und dem Verlauf von Hashimoto ist wissenschaftlich nicht einheitlich belegt, außer bei gleichzeitig bestehender Zöliakie oder einer Gluten Sensitivität. Eine dauerhafte Ernährungsumstellung sollte nicht ohne ärztliche oder ernährungstherapeutische Begleitung erfolgen, damit keine Nährstoffmängel entstehen.
Welche Rolle spielt die Schilddrüse für das allgemeine Energielevel?
Die Schilddrüse produziert Hormone, die den Grundumsatz und damit den Energiestoffwechsel praktisch jeder Körperzelle mit steuern. Sinkt die Hormonproduktion, wie es bei einer Unterfunktion der Fall ist, sinkt auch der Energieverbrauch – Betroffene fühlen sich häufig dauerhaft erschöpft, frieren leichter und haben Mühe, sich zu konzentrieren. Das erklärt, warum sich eine unbehandelte oder schlecht eingestellte Schilddrüsenfunktion so umfassend auf den Alltag auswirken kann, weit über das hinaus, was viele Menschen intuitiv mit „der Schilddrüse“ verbinden würden.
Ist ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bei Hashimoto häufig?
Mehrere Studien und Metaanalysen deuten darauf hin, dass Menschen mit Autoimmunthyreoiditis im Durchschnitt niedrigere Vitamin-D-Spiegel aufweisen als Menschen ohne diese Erkrankung. Ob ein Mangel die Erkrankung mit auslöst oder eher eine Begleiterscheinung ist, wird in der Forschung noch diskutiert. Unabhängig davon empfiehlt es sich bei Hashimoto, den eigenen Vitamin-D-Status ärztlich bestimmen zu lassen, statt auf eigene Faust hoch zu dosieren.
Wie lange dauert es, bis sich die Schilddrüse nach Behandlungsbeginn wieder stabilisiert?
Das ist von Person zu Person sehr unterschiedlich und hängt unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Über- oder Unterfunktion ist und wie gut die Medikamentendosis eingestellt werden kann. Bei mir persönlich hat es mehrere Monate gedauert, bis ich eine spürbare Besserung gemerkt habe, obwohl ich die Medikamente von Anfang an konsequent genommen habe. Regelmäßige Blutkontrollen sind der zuverlässigste Weg, den eigenen Verlauf einzuschätzen, statt sich allein auf das eigene Befinden zu verlassen.
Nicole Fischer
Ich schreibe auf Indigo Leaf über Reisen, Onlinebusiness, Spiritualität und meine eigene Hashimoto Erfahrung sowie weitere gesundheitliche Themen. Ich lebe aktuell in Barcelona und teile hier offen, was mir im Umgang mit meiner Schilddrüsenerkrankung persönlich geholfen hat – ehrlich und ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.




